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leider auch weiterhin keine Tierrettung in Niederösterreich

Tierrettung für Niederösterreich wurde mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und NEOS abgelehnt

Viele Tierschützerinnen und Tierschützer bemühen sich seit langem darum, endlich auch in Niederösterreich den Betrieb einer Tierrettung zu ermöglichen. Was in anderen Bundesländern wie z.B. Salzburg seit Jahrzehnten ausgezeichnet funktioniert, ist in Niederösterreich leider auch künftig nicht möglich. Der Antrag „Verwendung von Blaulicht für Tierrettungsdienste in Niederösterreich ermöglichen“ wurde in der 31. Landtagssitzung von ÖVP, FPÖ und NEOS abgelehnt.

Fachliche Unwissenheit einiger Politiker ist erschreckend

Gleich vorweg: die fachliche Unwissenheit, die von einigen Politikern zu diesem Thema zur Schau getragen wurde, ist erschreckend.

Landtagsabgeordneter Lukas Michlmayr (ÖVP) zum Beispiel erzählte eine rührende Geschichte von einer Streunerkatze, die er eines Tages zu einem Tierarzt gebracht hat. Das hat er ganz alleine und ohne Blaulicht geschafft. Das ist natürlich großartig und zeigt, dass er eigentlich ein Tierfreund ist. Es zeigt aber leider auch sehr deutlich, dass er von der Materie, um die es geht, absolut keine Ahnung hat. Umso trauriger, dass er damit die Meinung der ÖVP-Niederösterreich im Landtag vertritt.

Genauso gut hätte erzählen können, dass er eines Tages einer älteren Dame über die Straße geholfen hat und das ganz alleine, ohne Unterstützung der Polizei und ohne Blaulicht geschafft hat. Auch das wäre selbstverständlich sehr löblich und würde von Zivilcourage zeugen, hätte aber überhaupt nichts mit der Frage zu tun, ob Blaulicht für die Polizei sinnvoll ist.

Auch der FPÖ Mandatar Mag. Hubert Keyl nutzte seine Redezeit, um das Plenum von seiner fachlichen Unwissenheit zu überzeugen. Mit einer Geschichte über eine Schildkröte, mit ähnlicher Relevanz für eine Tierrettung wie die Geschichte über die Streuner-Katze. Auch hier, offenbar ein Mensch, dem Tiere nicht egal sind und der zumindest schon einmal einer Schildkröte geholfen hat. Mag. Keyl zeigt in seiner Rede allerdings auch sehr deutlich, dass es hier nicht nur um sachliche Inhalte geht, sondern leider einmal mehr um Parteipolitik, die wieder auf dem Rücken der Schwächsten, in diesem Fall schwer verletzter Tiere, ausgetragen wird. Dass ein ehemaliger Verkehrs-Landesrat der SPÖ einer Tierschutzorganisation das Blaulicht entzogen hat, ist traurig genug. Aber nur weil in der Vergangenheit wohl schon vieles schlecht gelaufen ist, ist das ja kein Grund, es jetzt nicht besser machen zu können.

Auch Christoph Müller, BSc von den NEOS zeigt in seiner Rede, dass er fachlich nicht verstanden hat, was der Unterschied zwischen einer Tierrettung für die Versorgung schwer verletzter bzw. akut schwer erkrankter Tiere und der Betreuung von Streuner-Plätzen oder Fundtieren ist. Dass man die Kommunikation und Schnittstellen zwischen verschiedenen Organisationen immer verbessern kann, ist sicher korrekt – davon möchte ihn ja niemand abhalten, aber auch das hat mit dem eigentlichen Thema, nämlich dass es in NÖ keine Rettungsorganisation gibt, die rasch und strukturiert helfen kann, wenn ein Tier schwer verletzt wird, nichts zu tun. Mit seinem Verweis auf die Feuerwehr zeigt er zwar deutlich mehr Empathie als man es von der Tierschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) gewohnt ist, die gebetsmühlenartig auf „die bewährte Jägerschaft“ verweist, aber auch wenn die freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich immer und jederzeit helfen, so gut sie können, so sind doch die wenigstens für eine rasche und effiziente Versorgung schwer verletzter oder erkrankter Tiere ausgebildet und ausgerüstet.

Worum es beim Thema „Tierrettung für Niederösterreich“ geht

Beim Thema Tierrettung geht es nicht darum Fundtiere zu einem Tierarzt zu bringen. Es hilft also nichts, wenn die Mandatare von ÖVP, FPÖ und NEOS rührige Geschichten über Streuner, Schildkröten und andere Fundtiere erzählen. Natürlich gibt es auch hier viele Möglichkeiten, wie das Land die ehrenamtlich betriebenen Vereine besser unterstützen könnte. Mit einem wirksamen und unbürokratischen Streunerprojekt wäre beispielsweise wesentlich mehr geholfen als mit der aktuellen Umsetzung, in der das Land Verantwortung an Gemeinden abschiebt, die diese zunehmend oft nicht annehmen möchten oder können.

Tierrettung hilft bei schweren Verletzungen und akuten, schweren Erkrankungen

Eine Tierrettung soll, wie auch die Rettung bei uns Menschen, bei lebensbedrohlichen Verletzungen und Erkrankungen rasch und kompetent helfen. Dafür braucht es Organisation, Richtlinien, eine zentrale Koordination der Einsätze und Abstimmung mit anderen Einsatzorganisationen wie insbesondere der Feuerwehren und der Polizei. All das wären sinnvolle Kriterien. Nicht sinnvoll ist es hingegen, einer Einsatzorganisation unnötige und sachlich nicht begründbare Vorgaben zur Gestaltung des Fuhrparks zu machen. Das sollte geändert werden. Für das Land wäre das weder mit Aufwand noch mit Kosten verbunden.

Fachkompetenz und Praxiserfahrung wäre als Entscheidungsgrundlage erforderlich

So lange Personen entscheiden, die ganz offenkundig keine Ahnung vom Thema haben und den Unterschied zwischen einer Notfall-Rettung und der Hilfe für Fundtiere nicht erkennen können, wird sich leider nichts ändern. Es ist schade, dass die Bemühungen, Tierleid so weit als möglich zu reduzieren, einmal mehr an der Unwissenheit der Entscheidungsträger scheitern.

Protokoll zur Landtagssitzung zum Nachlesen: https://noe-landtag.gv.at/sitzungen/XX/2025-10-23/top-d924c3470d

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