Mit trauriger Regelmäßigkeit kämpfen wir auf unserer Intensivstation – oft tagelang – um das Leben von vergifteten Tieren (Katzen, Hunde, aber auch Wildtiere). Fast immer handelt es sich dabei um „Sekundärvergiftungen“, weil ein Tier ein anderes, in der Regel absichtlich von Menschen vergiftetes Tier gefangen und gefressen hat.
Ratten- und Mäusegift wird oft ohne relevanten Grund ausgelegt
Leider stellen wir zurzeit wieder sehr oft fest, dass Mäuse- oder Rattengift – oft ohne relevanten Grund – ausgelegt wird. Hier einige aktuelle Beispiele:
- In den umliegenden Wäldern haben unsere Hunde mehrere – illegal, offensichtlich durch die Jägerschaft aufgestellte – Giftboxen aufgestöbert. Durch das Gift werden (mitten im Wald!) nicht nur Kleinnager wie Mäuse (sinnlos und qualvoll) getötet, sondern auch zahlreiche Raubtiere wie Füchse, Kauze, Bussarde, …, die an den Folgen Ihrer vergifteten Beute langsam und qualvoll sterben. Aber auch andere kleine Tiere wie Hamster oder Igel können etwas vom ausgelegten Gift erwischen und sterben dann einen ebenso Sinnlosen wie qualvollen Tot.
Die uns bekannten Stellen wurden bereits zur Anzeige gebracht. - Bei Industriebauten wie z.B. Lagerhallen werden – oft sogar im Außenbereich (!) – Giftboxen aufgestellt. Wenn in so einer Lagerhalle nichts Essbares gelagert wird, sondern z.B. Maschinenteile, sind diese Hallen für Nager nicht besonders interessant. Durch die im Außenbereich aufgestellten Giftboxen, werden sie oft überhaupt erst angelockt – um dann vergiftet wieder in die Wiese oder den Wald zurückzukehren, aus dem sie kommen. Ohne den Giftboxen würden sie die Betonwüste einer Industrie-Lagerhalle als uninteressanten Platz (weil keine Nahrung) ohnehin sehr rasch meiden.
Für die „Schädlingsbekämpfer“ ein einträgliches Geschäft. Durch die teuer gekauften und meist mit einem jahrelangen „Wartungsvertrag“ versehenen Giftboxen werden die „Schädlinge“, die sie „bekämpfen“ wollen, überhaupt erst angelockt und damit ein „Problem“ geschaffen, das sonst gar nicht da wäre.
Viele Menschen wissen gar nicht, welcher Schaden durch das von Ihnen ausgelegte Gift angerichtet wird
Oft sind sich die Verantwortlichen gar nicht bewusst, was sie mit dem ausgelegten Gift eigentlich für einen Schaden anrichten. Eine Studie des Österreichischen Umweltbundesamts konnte das Gift nicht nur in sogenannten „Nicht-Zielarten“ wie Füchsen und Vögeln nachweisen (selbstverständlich betrifft das auch unsere Hauskatzen mit Freigang!), sondern erstmals sogar in Fischen (!), womit ein Eintrag der ausgelegten Gifte sogar in aquatische Ökosysteme belegt wurde.
Durch die Gifte werden nicht nur die Mäuse oder Ratten, sondern auch deren natürliche Feinde getötet. Da die Nager sich in aller Regel deutlich rascher vermehren als deren natürliche Feinde, wird so eigentlich sogar das Gegenteil dessen erreicht, was Menschen mit wenig Weitsicht durch das Auslegen von Gift eigentlich erreichen möchten.
das einzig nachhaltige am Gift-Einsatz ist das einträgliche Geschäft für „Schädlingsbekämpfer“
Auch wenn die Gift-Industrie und die einschlägigen „Spezialfirmen zur Schädlingsbekämpfung“ die Gifte gerne als vollkommen harmlos darstellen, beweisen zahlreiche Studien das Gegenteil. Auch unser Praxisalltag gibt einen kleinen Einblick in die Gefährlichkeit von ausgelegten Nager-Giften. Viele Tiere – auch Hauskatzen – sterben einen qualvollen Tod, ohne jemals – oder erst tot – gefunden zu werden.
Welche weitreichenden negativen Auswirkungen der inflationäre und oft vollkommen undurchdachte und sinnlose Einsatz von Giften hat, belegen seit langem zahlreiche Studien und Berichte. Entsprechende Recherchen im Internet liefern nahezu endlos Beispiele und Berichte. Das Deutsche Umweltbundesamt sprach gar die Empfehlung aus, „Schlagfallen“ gegen Mäuse dem Gift vor zu ziehen, da diese sogar „tierschutzgerechter“ sind als die üblicherweise eingesetzten Gifte, welche durch die davon hervorgerufenen inneren Blutungen wesentlich stärkere Schmerzen und längeres Tierleid verursachen.
Bitte verzichten Sie auf das Auslegen von Giften! Sie töten damit nicht nur Mäuse und Ratten, sondern vielleicht sogar ihr eigenes Haustier!
weitere Berichte (kleiner Auszug):





