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Katzenbaby schwer verletzt im Müll gefunden

Vor einigen Tagen erreichte das Tiermedizinische Zentrum Teesdorf ein Notruf aus einem Abfallentsorgungsunternehmen. In einer Ladung Schrott haben die Mitarbeiter verzweifeltes Miauen vernommen. Sofort stoppten Sie die Maschinen und machten sich auf die Suche.

„Mitten im abgeladenen Schrotthaufen fanden sie einen kleinen schwarzen Kater, welcher umgehend zu uns gebracht wurde. Die Erstuntersuchung zeigte ein zertrümmertes Becken und ein gebrochenes Beinchen.
Der kleine Kater ist seitdem stationär bei uns aufgenommen und wurde von unseren Pflegerinnen liebevoll „Schrotty“ getauft. Trotz der schweren Verletzung ist er sehr freundlich, liebt es gestreichelt zu werden und arbeitet fleißig an seiner Genesung mit.“

berichtet Marcus Serringer-Schnabl, Leiter des Tiermedizinischen Zentrums Teesdorf.

Ein weiteres Kitten konnte trotz aller Bemühungen nicht gefunden werden

Nach der Rettung von Schrotty nahmen die Arbeiter des Entsorgungsbetriebs noch ein weiteres Miauen wahr. Trotz aller Bemühungen und stundenlanger Suche konnte das zweite Kätzchen allerdings nicht gefunden werden.

Eines von unzähligen Streuner-Kätzchen in Niederösterreich

Schrotty ist vermutlich eines von vielen Streuner-Kätzchen. Obwohl es vom Land Niederösterreich bereits seit Jahren das Streuner-Projekt „Kastriere 1, rette 100“ gibt, gibt es leider immer noch Gemeinden, die – obwohl das Land und die behandelnden Tierärzte den Großteil der geförderten Kastrations-Kosten übernehmen – das Projekt nicht unterstützen.

Erfahre mehr über das niederösterreichische Streuner-Projekt

Das Projekt „Kastriere 1, Rette 100“ wurde vor einigen Jahren vom Land Niederösterreich gemeinsam mit der Tierärztekammer ins Leben gerufen. Von den Gesamtkosten der Kastration werden vom Projekt je Kater EUR 61,20 (inkl. USt.), je Katze EUR 118,00 (inkl. USt) übernommen, die restlichen Kosten tragen die teilnehmenden Tierärzte.

Vom Förderbeitrag wiederum trägt das Land Niederösterreich 2/3, die Gemeinde in der der Streuner lebt 1/3.

Die Kosten werden also wie folgt aufgeteilt:

bei Kater:

  • Tierarzt: ca. 60,–
  • Land Niederösterreich: 40,80
  • Gemeinde: 20,40

bei Katzen:

  • Tierarzt: ca. 80,–
  • Land Niederösterreich: 78,67
  • Gemeinde: 39,33

Wenn die Gemeinde das Kastrations-Projekt nicht unterstützt, zahlt auch das Land keinen Anteil, mit anderen Worten: die vollen Kastrationskosten sind von den Tierärtzen und den kleinen Vereinen (in der Regel aus Spendengeldern) zu tragen.

Eine solche Gemeinde ist beispielsweise Pottendorf im Bezirk Baden. Bürgermeister Ing. Thomas Sabbata-Valteiner verweigert konsequent die Teilnahme am niederösterreichischen Streuner-Projekt und damit die Unterstützung der kleinen, rein ehrenamtlich und über Spenden betriebenen Vereine wie beispielsweise dem Verein „Streunerpfoten Thermenregion“.

„Die Konsequenz sehen wir beispielsweise an Schrotty. Er hatte – trotz seiner schweren Verletzungen – Glück. Er wurde gefunden. Er wird von uns gesundgepflegt und wird sicher ein schönes Plätzchen bei tierfreundlichen Menschen finden. Seine Geschwister haben wohl nicht überlebt. Ein Schicksal, dass man mit der konsequenten Kastration von Streuner vermeiden könnte. Ebenso wie Erkrankungen, Hunger, inzestbedingte genetische Schäden und viel weiteres Leid.“

Warum es immer noch BürgermeisterInnen gibt, die das Kastrationsprojekt – meist aus politischer Kurzsichtigkeit und einem „Justament-Standpunkt“ heraus – nicht unterstützen und damit auf die Fördermittel, die das Land bereitstellen würde, verzichten, versteht Ing. Serringer-Schnabl nicht – ebenso wie all die Menschen, die sich ehrenamtlich im Tierschutz engagieren.

Übrig bleiben am Ende des politischen Versagens einmal mehr die Schwächsten, wie z.B. Schrotty

Die Kosten für die langwierige medizinische Versorgung von Schrotty trägt das Tiermedizinische Zentrum Teesdorf – Unterstützung für die medizinische Versorgung von Streunern oder Wildtieren aus öffentlichen Geldern gibt es in Niederösterreich keine.

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