Atemprobleme gehören insbesondere bei brachyzephalen Hunderassen wie Französischen Bulldoggen, Möpsen oder Englischen Bulldoggen zu den häufigsten und belastendsten Gesundheitsproblemen. Schnarchen, Röcheln, schnelle Erschöpfung, Hitzeintoleranz oder sogar Atemnot können Hinweise auf krankhafte Verengungen der oberen Atemwege sein.
In der Fachzeitschrift news4vets wurde nun unsere retrospektive Studie zur Celon-Therapie veröffentlicht. Darin berichten wir über die Behandlung von 70 Hunden mit Atemwegsproblemen im Tiermedizinischen Zentrum Teesdorf.
Hier können Sie den Artikel aus der Fachzeitschrift news4vets herunterladen.
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Was ist die Celon-Therapie?
Die Celon-Therapie ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem krankhaft vergrößertes Gewebe gezielt und kontrolliert durch Radiofrequenzenergie behandelt wird, um die Atemwege zu erweitern und damit die Atmung zu erleichtern.
Welche Hunde können von der Behandlung profitieren?
Bei betroffenen Hunden können unter anderem folgende Bereiche behandelt werden:
- eine übermäßig dicke Zunge,
- ein zu langes oder verdicktes Gaumensegel,
- vergrößerte Nasenmuscheln im Inneren der Nase.
Im Gegensatz zu größeren chirurgischen Eingriffen ist es dabei nicht erforderlich, Gewebe großflächig zu entfernen. Das behandelte Gewebe bildet sich in den folgenden Wochen zurück, wodurch die Atemwege erweitert und damit die Atmung erleichtert wird. Der Eingriff erfolgt unter Narkose und unter endoskopischer Kontrolle.
Studie mit 70 Hunden
In die Studie wurden 70 Hunde aufgenommen, die zwischen Juni 2024 und Dezember 2025 bei uns behandelt wurden und den Anforderungen für die Teilname entsprochen haben. Den größten Anteil stellten Französische Bulldoggen, gefolgt von Chihuahuas, Cavalier King Charles Spaniels und weiteren Rassen.
Die häufigsten Gründe für die Vorstellung waren Schnarchen, Atemnot, erschwerte Atmung, Röcheln, Würgen oder Verschlucken sowie Hitzeintoleranz. Viele Hunde hatten zusätzlich weitere Erkrankungen, beispielsweise im Magen-Darm-Bereich oder am Bewegungsapparat.
Die Behandlungen waren vergleichsweise kurz: Der erste Eingriff dauerte im Durchschnitt 39 Minuten. Bei 80 Prozent der Hunde war eine Behandlung ausreichend. Bei stark ausgeprägten Verengungen wurde nach acht bis zehn Wochen ein zweiter, kürzerer Eingriff durchgeführt.
Behandlung von Zunge, Gaumensegel und Nasenmuscheln
Im Studienverlauf zeigte sich eine deutliche Verringerung des behandelten Gewebes:
- Die Zungendicke konnte nach der ersten Behandlung durchschnittlich um 28,6 Prozent reduziert werden.
- Die Nasenmuscheln wurden nach der ersten Behandlung ungefähr um 40 Prozent verkleinert.
- Das Gaumensegel konnte durchschnittlich um rund 25 Prozent verkürzt werden.
Auch aus Sicht vieler Tierhalter:innen waren die Ergebnisse erfreulich: Schnarchen war bei einem Großteil der betroffenen Hunde nach der Behandlung nicht mehr wahrnehmbar. Hunde, die zuvor unter Atemnot oder Erstickungsanfällen litten, zeigten nach dem Eingriff in unserer Studie keine entsprechenden Episoden mehr. Bei Hunden mit Hitzeintoleranz und eingeschränkter Belastbarkeit konnten ebenfalls häufig Verbesserungen erreicht werden.
Kurze Erholungszeit
Die Hunde konnten nach dem Eingriff grundsätzlich rasch in ihren gewohnten Alltag zurückkehren. Eine vorbeugende Antibiotikagabe war bei keinem der 70 Patienten notwendig.
Wichtig ist: In den ersten zwei Wochen nach der Behandlung kann es durch Schwellungen im Behandlungsgebiet zunächst vorübergehend zu einer Verschlechterung der Symptome kommen. Die vollständige Heilungsphase dauert etwa acht Wochen.
Individuelle Abklärung ist entscheidend
Nicht jede Atemwegsproblematik ist gleich – und nicht jeder Hund profitiert von derselben Behandlung. Daher ist vor einer möglichen Therapie stets eine gründliche Untersuchung, einschließlich einer endoskopischen Beurteilung der Atemwege, erforderlich. Sie hilft uns dabei, die Ursache der Beschwerden zu erkennen, den möglichen Nutzen realistisch einzuschätzen und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.
Unsere Ergebnisse
Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die Celon-Therapie eine schonende Behandlungsoption für ausgewählte Hunde mit Verengungen der oberen Atemwege sein kann. Gleichzeitig bleibt die Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen extremer Zuchtmerkmale bei kurznasigen Hunden ein wichtiges Anliegen.
Sie beobachten bei Ihrem Hund Schnarchen, Atemnot, häufiges Würgen, starke Hitzeempfindlichkeit oder eine eingeschränkte Belastbarkeit? Vereinbaren Sie gerne einen Termin zur individuellen Abklärung in unserem Tiermedizinischen Zentrum.





